Komma an der richtigen StelleDen Sinn mit einem Komma verändern

Das Bild zeigt wie verzwickt die Zeichensetzung im Deutschen ist – nicht nur die Schüler haben ihre Probleme damit. Wir kehren den Blick um und lenken ihn darauf, was die Zeichensetzung beim Lesen alles leistet. Die Schüler entdecken anhand von Beispielen, dass die Position des Kommas den Sinn eines Satzes verändern kann.

Wir essen jetzt, Opa

Ein Komma kann Leben retten.

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Die Kommasetzung lenkt die Sprachverarbeitung beim Lesen

Peter heiratet bald Vera. erzeugt einen anderen Sinn als Peter heiratet bald, Vera.

Insofern erzeugt ein fehlendes oder anders positioniertes Komma Doppeldeutigkeit oder verändert den Sinn. An Beispielen wie diesen erkennen Ihre Schülerinnen und Schüler, „dass fehlende Zeichen das Verstehen von Texten erschweren und dass man in eigenen Texten Zeichen setzen muss, wenn man von anderen ohne Probleme verstanden werden möchte“ (Eisenberg u. a. 2005, S. 12).

Drei verschiedene Satztypen können Sie zur Arbeit mit dieser „ver-rückten“ Kommasetzung nutzen. Für jeden Typ finden Sie in den Unterrichtsideen im Heft einen Baustein. Ihre Schüler erfassen zunächst die Wirkung eines fehlenden oder versetzten Kommas. Sie reflektieren danach den Zusammenhang zwischen Kommasetzung und Leseweise und übertragen dies auf weitere Beispiele.

Wir zeigen Ihnen drei Satztypen, bei denen fehlende oder versetzte Kommas den Sinn verändern.

Satztyp 1: Einschub oder nicht?

Das Komma macht deutlich, welche Elemente zu welchem Verb gehören.

  • Der Lehrer, sagt Bart, sei frech.

Trifft der Leser hier auf das Komma, unterbricht er intuitiv seinen grammatischen Satzaufbau und erkennt, dass hier eine neue Einheit hineingerutscht ist. Versus:

  • Der Lehrer sagt, Bart sei frech


Satztyp 2: erweiterte Infinitive

  • Jana rät, ihrer Freundin nicht immer alles zu erzählen.
  • Jana rät ihrer Freundin, nicht immer alles zu erzählen.
  • Jana rät ihrer Freundin nicht, immer alles zu erzählen.
  • Jana rät ihrer Freundin nicht immer, alles zu erzählen.

Das Komma signalisiert dem Leser, wann die erste verbhaltige Gruppe abgeschlossen ist und eine neue Einheit beginnt.

Konstruktionstyp: Verb, das ein fakultatives Dativobjekt fordert. Die Wortgruppe, die dem Prädikat folgt, wird je nach Komma als Dativobjekt wahrgenommen oder als Teil der Infinitivkonstruktion erfasst (Objektsatz im Akkusativ).

(Alternativ: Dem Prädikat folgt ein Adverb, das entweder den ersten oder zweiten Teil modifiziert)

  • Er hofft, täglich eine SMS von ihr zu bekommen.
  • Er hofft täglich, eine SMS von ihr zu bekommen.

Satztyp 3: Anrede oder nicht?

a.  „Peter bricht gerade auf Vera.“ versus „Peter bricht gerade auf, Vera.“

b.  „Ben isst noch Jule.“ versus „Ben isst noch, Jule.“

Die Variante ohne Komma zeigt, dass der jeweilige Name grammatisch in den Satz integriert ist. Entweder ist es Teil einer adverbialen Bestimmung (a.) oder als prädikatsabhängiges Objekt (b.).

Bei a. werden zweiteilige Verben genutzt. Im ersten Fall ist auf Teil der Adverbialen Bestimmung (auf Vera), im zweiten Fall ist auf Teil des zweiteiligen Prädikats und Vera die syntaktisch ausgegliederte Anrede.

Bei b. werden Verben verwendet, die ein fakultatives Objekt regieren. Der Name besetzt im ersten Fall die Objektsposition, im zweiten Fall nicht (Anrede).

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