Die Fishbowl-MethodeDiskutieren in der Klasse

Wenn 30 Schülerinnen und Schüler gleichzeitig eine Diskussion führen, ist es oft schwer, den Überblick zu behalten. Mit der Fishbowl-Methode lässt sich eine Gruppendiskussion strukturieren, aber auch beobachten und reflektieren.

Fischschwarm

Mit der Fishbowl-Methode werden Diskussionen übersichtlicher.

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Wie funktioniert die Methode?

Zu einem Thema werden zunächst mehrere Gruppen gebildet, die Argumente (in der Regel pro und kontra) sammeln. Anschließend wird pro Gruppe ein Gruppensprecher benannt, der in einem inneren Stuhlkreis Platz nimmt. Alle anderen Schüler nehmen in einem äußeren Stuhlkreis Platz. Im inneren Stuhlkreis bleibt mindestens ein Stuhl frei. Die Schüler im inneren Stuhlkreis diskutieren nun – ggf. unterstützt durch einen Moderator – unter Verwendung der zuvor gesammelten Argumente das festgelegte Thema. Die Schüler des äußeren Stuhlkreises haben jederzeit die Möglichkeit, sich auf den freien Platz im inneren Kreis zu setzen und erhalten dann sofort das Wort, um sich in die Diskussion einzubringen. Anschließend gehen sie zurück auf ihren Platz.

Die Diskussion bewerten

Die Schüler des äußeren Kreises bekommen Beobachtungsaufgaben zum Diskussionsverhalten:
•    diskutiert sachlich
•    lässt andere zu Wort kommen
•    bleibt beim Gegenstand der Diskussion
•    nimmt Bezug auf Vorredner
•    argumentiert stringent
•    argumentiert fair
•    ist engagiert
•    vermag sich verständlich auszudrücken
•    etc.

Die Beobachtungsaufgaben werden arbeitsteilig vergeben, sodass die Schüler des äußeren Kreises entweder max. zwei Aspekte bei allen Diskutierenden oder aber alle Aspekte bei nur einem Diskutanten beobachten und bewerten. Hierfür bieten sich Schulnoten oder eine fünfstufige Punkteskala an. Der gesamten Diskussion sollte ein fester Zeitrahmen gegeben werden (15 – 20 Minuten), wie auch die einzelnen Redebeiträge in ihrem Ausmaß beschränkt sein sollten (45 – 60 Sekunden). Ein Auswertungsgespräch beendet das Fishbowl. Dieses kann als offenes Reflexionsgespräch geführt werden, an dem sich alle Lernenden beteiligen, oder auch als Feedback-Gespräch. Dabei schätzen die Diskutanten sich zunächst selbst ein, bevor die Schüler des äußeren Kreises anhand ihrer Auswertungen ein konstruktives und nach Kriterien organisiertes Feedback geben.

Mögliche Themen für Fishbowl-Diskussionen:

•    Generelles Rauchverbot in der Schule?
•    E-Books statt Schulbücher?
•    Abschaffung des Sitzenbleibens?
•    Sollte das Ehrenamt staatlich gefördert werden?
•    Renteneintrittsalter mit 70?
•    Religion als Unterrichtsfach noch zeitgemäß?
•    Führerschein ab 16?
•    Wahlrecht für jeden: Eltern wählen für ihre unmündigen Kinder?
•    Abitur nach acht oder neun Jahren?
•    Sollte das Bundespräsidentenamt abgeschafft werden?
•    Verdienen Parlamentarier zu viel?
•    Wiedereinführung der Wehrpflicht?

Mehr Methoden finden Sie im Fachbuch „Methoden im Deutschunterricht"

 

 

 

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